Die Elsbeere – Baum des Jahres 2011 (Sorbus torminalis)

Elsbeere

Alljährlich bestimmt das Kuratorium der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung den Baum des Jahres

2011 erhielt die Elsbeere diese Auszeichnung, damit der Baum, der ziemlich in Vergessenheit geriet, wieder an Bekanntheit gewinnt. Die botanische Bezeichnung der Elsbeere setzt sich zusammen aus der Pflanzengattung „Sorbus“ für Mehlbeeren sowie aus dem lateinischen Begriff „torminosus“, was übersetzt „an Kolik leidend“ heißt.

Die Früchte wurden tatsächlich in der Vergangenheit bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. Im Volksmund hieß die Elsbeere deshalb auch Ruhrbaum. Weitere Bezeichnungen sind Atlasbeere, Arisbeere, Els-Vogelbeere, Alzbeere, Schöne Else und Schweizer Birnbaum.

Pflanzenbeschreibung

Die zur Familie der Rosengewächse zählende Elsbeere wächst bei guten Bedingungen bis zu 30 m hoch mit ausladender Krone. Die Rinde ist gräulich, kleinschuppig und reißt gewöhnlich nach 40 Jahren auf und blättert ab, sodass sie von der Struktur her an einen Birnbaum erinnert. Die gelappten Blätter der Elsbeere ähneln Ahornlaub. Allerdings sind die oberen Lappen meist nicht mehr deutlich ausgeprägt.

Die Form der Blätter kann variieren, die Ursache liegt an verschiedenen Standorten. Wechselständig angeordnete Knospen in kugeliger Form besitzen an ihren hellgrünen Hüllblättern schmale braune Ränder. Im Juni erscheinen die langgestielten weißen Blüten der Elsbeere an etwa 12 cm großen Rispen. Wildbienen, Hummeln und Käfer übernehmen die Befruchtung. Zunächst sind die eiförmigen, etwa 15 mm langen und 8 mm breiten Früchte rötlich gelb.

Bis zur Fruchtreife im September wechselt ihre Farbe ins Dunkelbraune, mit hellen Punkten versehen. In ihnen befinden sich jeweils 2 bis 5 Samenkörner. Im Herbst färben sich die Blätter goldgelb bis rötlich.

Standort

Die Elsbeere mag ausreichend Licht und viel Wärme. Zudem will sie nicht zu dicht an anderen Baumarten stehen und ist deshalb für den Forst weniger geeignet. Ein Platz am Waldrand oder an einem nach Süden zeigenden Hang behagt der Elsbeere wesentlich besser.

Der Boden sollte locker, tiefgründig und kalkhaltig sein. Die Wurzeln erreichen eine Bodentiefe von bis zu zwei Metern und geben der Elsbeere einen ausgezeichneten Stand. Innerhalb Deutschlands ist sie vorwiegend im Mittelrheingebiet anzutreffen.

Verwendung

Das rötliche Holz der Elsbeere zählt zu den europäischen Harthölzern und wird auch im Musikinstrumentenbau eingesetzt, zum Beispiel für Orgel- und Dudelsackpfeifen und Blockflöten. Ferner eignet sich Elsbeerholz für Lineale und andere Messwerkzeuge sowie zur Bleistiftherstellung.

Die Früchte der Elsbeere besitzen einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt, schmecken säuerlich-süß und können zu Gelee oder Kompott verarbeitet werden. Bekannt ist auch der Elsbeer-Schnaps.

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