Die Bäume und ihre Überlebensstrategien

Auf Grund vieler Faktoren haben die Bäume eine eigene Überlebensstrategie entwickelt.

Die Einflüsse von Umwelt, Schädlingen oder die Eingriffe des Menschen sind einige dieser Faktoren. Die beste Überlebensstrategie der Bäume besteht darin, sich an die Gegebenheiten der Umgebung anzupassen.

Die Entstehung neuer Baumarten geschieht durch diese Anpassung an vorherrschende Gegebenheiten über Tausende von Jahren hinweg.

 

MastjahreBäume entwickeln Überlebensstrategien

Zu einer Überlebensstrategie der Bäume gehören die sogenannten Mastjahre. In einem unregelmäßigen Rhythmus kommt es plötzlich in einem Jahr zu  einer vermehrten Bildung von Samen, der Holzertrag bleibt in diesem Jahr zurück. Als Beispiel sei die Eiche genannt, die in manchen Jahren übermäßig Eicheln produziert. Es wird so ein Schutzmechanismus ausgebildet, der vor Fraßfeinden schützt.
Wildschweine wie Eichhörnchen fressen diese nahrhaften, energiehaltigen Früchte sehr gerne. Sie können wegen des Überangebotes aber nicht alle Früchte fressen oder bunkern, deshalb gelangt ein Großteil dieser Samen in den Waldboden. Damit im nächsten Jahr nicht alle Samen gleichzeitig keimen, hat Mutter Natur einen weiteren Trick eingeführt: die Samenruhe. Das bedeutet, das während einer Vegetationsperiode nicht alle Samen gleichzeitig keimen, sondern nur einige. Die restlichen Samen überleben zwei oder drei Vegetationsperioden im Boden und keimen erst danach aus. Die Mastjahre werden von den Menschen auch zur Saatgutgewinnung genutzt.

Abwerfen der Blätter und Wanderwurzeln

Wenn ein Baum frühzeitig die Blätter abwirft, gilt das auch als eine der Überlebensstrategien.
Unter ungünstigen Bedingungen, z. B. bei einem sehr stark verdichteten Boden, oder bei einer Bodenoberfläche, die durch Versiegelung kein Wasser durchsickern lässt, kommt es derweil im Sommer zu einer Unterversorgung der Bäume mit Wasser. Das führt zu der Strategie, dass derart geschädigte Bäume zum ersten Wanderwurzeln bilden, und zum Zweiten im Herbst ihr Laub früher abwerfen, als andere Bäume. Diese Methode wird genutzt, um ein genügend großes Wasserreservoir für den Winter behalten zu können.
Auch das “ganz normale”, turnusmäßige Abwerfen der Blätter erfolgt aus einer Art Überlebensstrategie heraus. Im Herbst kühlt der Boden ab, und die Saugleistung der Wurzeln lässt nach, bis die Wasseraufnahme im Winter schließlich bis zum Nullpunkt abnimmt. Da die Bäume über die Blätter aber viel Wasser verdunsten lassen, müssen die Blätter im Winter wegen der fehlenden Möglichkeit der Wasseraufnahme abgestoßen werden. In den tropischen Regenwäldern gibt es diese Strategien nicht, da die vorherrschenden Temperaturen eine ganzjährig gleichbleibende Wasseraufnahme erlauben. An einem Baum kann man dort ein ständiges “Kommen und Gehen” der Blätter in allen Entwicklungsstufen beobachten.

Lichtstrategien

Der Kampf um das Licht hat im Pflanzenleben eine große Bedeutung, deshalb zählen manche wissenschaftlichen Quellen die Lichtstrategien der Bäume auch zu den Überlebensstrategien. Zum Thema Lichtbaum, Schattenbaum und Halbschattenbaum erscheint deshalb bald ein weiterer Artikel.

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